
Jim Chanos geniesst in der Finanzbranche einen sehr guten Ruf – sein Wort hat Gewicht. Entsprechend sorgten seine Aussagen zu Alibaba an einer Konferenz in San Francisco für Aufsehen. Der Profi-Shortseller widmete sich vor allem den Bilanzierungspraktiken des chinesischen Internetkonzerns. Er warf Alibaba vor, „verrückte Dinge“ in der Bilanz anzustellen. So nannte er beispielsweise das Verschieben von Verlusten aus der Holding in Unternehmen, die nicht zum Konsolidierungskreis von Alibaba zählen. Die Buchführung des chinesischen Konzerns wird seit Jahren immer mal wieder kritisiert. Bislang konnten diese dem Aktienkurs aber nichts anhaben. Dennoch lassen die Aussagen von Chanos aufhorchen. Denn er zählte zu den ersten Finanzakteuren, die im Jahr 2000 vor den Machenschaften beim US-Energiekonzern Enron warnten. Gut eineinhalb Jahre nach dieser Warnung war der Energiekonzern pleite und Enron der grösste Betrugsfall in der US-Börsengeschichte.
Konklusion:
Investierte Anleger lassen die Gewinne bei Alibaba laufen – bisher konnte die Kritik der „kreativen Buchführung“ der Aktie nichts anhaben. Dennoch lassen die Aussagen von Jim Chanos aufhorchen.