
Auch wenn die Kursnotierungen im Nasdaq Biotech Index zuletzt wieder leicht zulegen konnten, der Sektor steht immer noch unter Druck. Satte 23% hat der Index seit dem Jahreswechsel verloren, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch Anfang Juli 2015 summiert sich das Kursminus sogar auf fast 35%. Viele Biotech-Investoren dürften das noch junge Jahr wohl bereits abgeschrieben haben.
Der Ausverkauf ist bitter für die Altaktionäre, doch birgt er auch die Chance, nun auf vergleichsweise tieferem Niveau in aussichtsreiche Wachstumstitel zu investieren.
1. Alexion Pharmaceuticals (-33% seit dem 52-Hoch-Wochen):
Das Biotech-Unternehmen hat sich auf Medikamenten-Entwicklung für seltene Krankheiten spezialisiert. Mit dem Präparat Soliris hat Alexion derzeit ein gefragtes Produkt im Portfolio. Das Medikament wird derzeit gegen zwei sehr seltene Krankheiten eingesetzt – der Umsatz wuchs im vierten Quartal 2015 um satte 15%. Zugleich befindet sich Soliris in weiteren klinischen Studien – das Ziel ist es, das Anwendungsgebiet auf zwei weitere Krankheiten auszuweiten. Die Chancen – so heisst es am Markt – stehen dafür gut. Darüber hinaus stehen zwei weitere Präparate in den Startlöchern (Strensiq gegen Hypophosphatasie; Kanuma gegen Lipasemangel), die langfristig ein anständiges Wachstumspotenzial versprechen. Wir erwarten vor allem im kommenden Jahr ein kräftiges Ebit- und Ertragswachstum pro Aktie von je über 30%. Angesichts dessen erscheint uns das Papier mit einem KGV 2017 von unter 21 attraktiv gepreist.
2. Regeneron Pharmaceuticals (-33% seit dem 52-Wochen-Hoch):
Das Unternehmen hat mit dem Präparat Eylea gegen altersbedingte Makuladendegeneration und diabetisches Makulaödem einen Blockbuster gelandet. Die Eylea-Umsätze sind um 54% auf USD 2.6 Milliarden gestiegen. USD 467 brachte das Medikament im Ausland zusätzlich ein. Und das nächste Blockbuster-Medikament ist bereits in den Startlöchern: Der Cholesterinsenker Praluent. Zwar verzögert sich die Markteinführung und die Probleme mit der Kostenerstattung sind nach wie vor nicht gelöst. Wenn das Präparat auf den Markt kommt, dürfte es jedoch schnell an Umsatz gewinnen. Zudem hat Regeneron zwei weitere Medikamente in der Hinterhand, die in den kommenden zwei bis drei Jahren auf den Markt kommen könnten. Sarilumab, welches zur Behandlung rheumatoider Arthritis eingesetzt werden soll, wird derzeit von der FDA geprüft. Dupiluma, ein Medikament zur Behandlung atopischer Ekzeme und Asthma, befindet sich in der klinischen Testphase. Wir rechnen für das laufende Jahr mit einem Ebit-Wachstum von gut 10%, wobei sich die sehr aussichtsreiche Produktpipeline vor allem im kommenden Jahr zu einem regelrechten Geschäftsbooster entwickeln könnte. Stand jetzt gehen wir davon aus, dass Regeneron 2017 beim Ebit um starke 40% und beim Ertrag pro Aktie um ansprechende 30% zulegen kann. Vor diesem Hintergrund erscheint uns das Papier des Biotech-Konzerns mit einem KGV 2017 von unter 24 attraktiv.