+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Albemarle

Unser Depotwert hat in den vergangenen Tagen massive Kursverluste wegstecken müssen. Zugleich kamen auch andere Werte, die in den vergangenen Jahren stark vom Lithium-Boom profitiert hatten, unter die Räder. Der Grund für den plötzlichen Wertverlust liegt beim chilenischen Wettbewerber Sociedad Quimica y Minera de Chile (SQM). Denn wie der Konzern gestern Abend mitteilte, konnte ein seit 2014 bestehender Disput mit der chilenischen Entwicklungsbehörde Corfo endgültig gelöst werden. Es ging dabei um mögliche Umweltverstösse des Konzerns bei der Lithium-Produktion und nicht gezahlte Entschädigungen an Gemeinden im Abbaugebiet. SQM verpflichtete sich gemäss eigenen Angaben nun dazu, u.a. jährlich zwischen USD 10 Millionen bis USD 15 Millionen an die Gemeinden in der Lithium-Abbauregion (Salar de Atacama) als Entschädigung zu zahlen und die Umweltstandards zu erfüllen. Im Gegenzug – und dies sorgt am Markt derzeit für eine erhöhte Unsicherheit – lockert die Entwicklungsbehörde ihre Lithium-Produktionsvorgaben für den Konzern deutlich. Gemäss Berechnungen von Morgan Stanley kann der Low-Cost-Produzent SQM dadurch seine Lithium-Produktionsquote in den kommenden Jahren fast versechsfachen. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass SQM seine Produktion von gegenwärtig 63‘000 metrischen Tonnen bis zum Jahr 2019 auf 163‘000 metrischen Tonnen ausweiten kann. Auch wenn diese Produktionsausweitung unseres Erachtens erst ab dem Jahr 2020 den Markt merklich beeinflussen sollte, antizipieren die Marktteilnehmer bereits die möglichen Auswirkungen des Deals. Denn die Versorgungslage mit Lithium, dessen Preis aufgrund des erwarteten Elektroautobooms und dem damit verbundenen Nachfragewachstum nach Lithium als Grundstoff für die Batterien in den vergangenen fünf Jahren um 200% gestiegen ist, dürfte sich freundlicher gestalten – zumal der Deal mitunter Signalwirkungen auf andere Lithium-Standorte, wie beispielsweise in Bolivien, haben könnte. Entsprechend könnte sich der Preisauftrieb bei Lithium mittel- bis langfristig verlangsamen bzw. sogar umkehren. Der Deal zwischen der chilenischen Entwicklungsbehörde Corfo und Lithium-Produzent SQM dürfte auf kurz- bis mittelfristige Sicht weiter auf die Stimmung drücken. Entsprechend könnte auch der Aktienkurs unseres Depotwertes Albemarle unter Druck bleiben. Angesichts des sich eintrübenden Sentiments senken wir unser kurzfristiges Rating von „Kaufen“ auf „Halten“. Auch wenn die Lithium-Produktion in den kommenden Jahren deutlich steigen sollte, so dürfte der Markt auf langfristige Sicht – sofern der erwartete Boom im Elektroautobereich wirklich einsetzt und entsprechend die Nachfrage nach Lithium als Grundstoff für die Batterien massiv steigt – dennoch unter einer strukturellen Unterversorgung leiden, was den Lithium-Preis grundsätzlich stützen wird. Wir halten an unserem Engagement fest.
Konklusion:
Aufgrund des sich eintrübenden Sentiments stufen wir die Aktie von Albemarle von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück. Die langfristigen Perspektiven bleiben u.E. jedoch intakt.