
Der Schweizer Aktienmarkt kommt nicht in Schwung. Im Gegenteil sogar: Die seit Mitte September anhaltende Abwärtsbewegung hat sich in den zurückliegenden zwei Handelswochen nochmals deutlich verschärft und den Schweizer Leitindex auf den tiefsten Stand seit Juli 2016 gedrückt. Im internationalen Vergleich wird die Performancelücke des SMI zunehmend grösser. Derzeit haben sich nur die Aktienmärkte in Italien (ytd: -20%), Dänemark (-14%), Irland (-13%) und Portugal (-12%) schlechter entwickelt. Zuletzt drückte die bisher tendenziell enttäuschende Q3-Berichtssaison in der Schweiz auf die Stimmung der Anleger. Vor allem die Unternehmen aus dem SMI konnten bis dato nur wenige Glanzlichter setzen. Bei vielen grosskapitalisierten Konzernen stellen sich Aktionäre mittlerweile die Frage, woher neues Wachstum kommen soll. Eine Frage, auf welche die Vorstände bisher nur unbefriedigende Antworten liefern konnten. Viele Aussagen erinnern derzeit mehr an Durchhalteparolen. Beispielhaft dafür waren die Aussagen der ABB-Spitze: „Ich kann nicht vorhersagen, in welchem Quartal wir wieder Wachstum haben werden, aber wir werden dahin zurückkehren“, kommentierte CEO Ulrich Spiesshofer die Zukunftsaussichten des Industriekonzerns. Diese Aussage als „vage“ zu titulieren, wäre wohl noch beschönigend. Zwar sieht es derzeit bei Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe etwas besser aus. Doch dies reicht nicht, um die Grundstimmung am Markt wesentlich zu verbessern. Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage in den vergangenen Tagen deutlich eingetrübt. Der SMI läuft aus technischer Sicht Gefahr, noch bis auf 7‘630 Punkte zu sinken – sofern die Unterstützungszone im Bereich um 7‘830 Zählern nachhaltig unterschritten wird. Noch geben wir die Hoffnung auf eine ansehnliche Rallye zum Jahresende hin zwar nicht auf. Jedoch dürfte es nicht mehr reichen, um den Markt noch deutlich in Richtung der Null-Linie zu hieven. Vor allem die bevorstehenden geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank sowie der EZB im Dezember dürften eine überfällige Erholungsbewegung am Schweizer Aktienmarkt hemmen. Unser Kursziel von 8‘400 bis 8‘500 Punkten am Jahresende ist in weite Ferne gerückt.
Konklusion:
Die Stimmung am Schweizer Aktienmarkt ist derzeit gedrückt. Enttäuschende Q3-Zahlen, Konjunkturunsicherheiten und die US-Wahl drücken kurzfristig auf das Sentiment.