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Jahr 2022

Aktienmarkt - Anlagekommentar

Schauen Sie nicht jeden Tag ins Depot!
Die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle, düstere Konjunkturprognosen und die weit verbreitete Meinung, dass die jüngste Erholung übertrieben sei, haben die Aktienkurse zeitweise massiv gedrückt. Wir können Ihnen, liebe Leser, derzeit vor allem einen Ratschlag geben: Schauen Sie nicht jeden Tag auf die Performance Ihres Depots. Wir sind überzeugt, dass wir uns auf lange Sicht gut aufgestellt haben und von einer Wiederbelebung der Wirtschaft – in Form stark steigender Aktienkurse – profitieren werden. Das tägliche Auf und Ab wird uns wahrscheinlich noch einige Wochen – wenn nicht sogar Monate – begleiten, bis sich auch an den Kapitalmärkten wieder belastbarere Trendbewegungen entwickeln. Zumal eines nicht vergessen werden sollte: Die Börse ist keine Einbahnstrasse, Rückschläge – auch schmerzhafte – gehören dazu. Wie langweilig wäre ein Aktienmarkt, der stets nur in eine Richtung gehen würde. Auch wenn der jüngste Crash schmerzhaft war, so können wir als Investoren daraus lernen, uns und unsere Anlagestrategie weiterentwickeln und langfristig gestärkt aus diesem Crash hervorgehen. Wir müssen zugeben, dass wir die Covid-19-Pandemie zu Beginn unterschätzt haben. Wir fürchteten einen kurzen, aber heftigen Sturm. Doch es wurde zu einem schier endlos andauernden Hurrikan, der nur sehr langsam an Kraft verliert. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bzw. die Eindämmungsmassnahmen werden historische Ausmasse annehmen und in die Geschichtsbücher eingehen. Dennoch blicken wir optimistisch in die Zukunft. Zwar kann die Gefahr einer zweiten Infektionswelle nicht von der Hand gewiesen werden – Südkorea, das Land, welches die erste Welle mit Bravour überstand, steht vor genau dieser Herausforderung und kann als mahnendes Beispiel für den Westen gelten. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass die Regierungen nochmals so drastische Eindämmungsmassnahmen beschliessen werden. Denn die Gefahr, dass das Gesundheitssystem aufgrund der Masse an Erkrankten kollabiert, ist deutlich kleiner geworden. Viele Länder haben die Ressourcen im Gesundheitssystem massiv erhöht, in die Behandlung von Covid-19 fliessen immer neue Erkenntnisse ein, welche dem Virus mehr und mehr den Schrecken nehmen und die Menschen haben gelernt, worauf es im Fall der Fälle ankommt – Abstand halten, Masken tragen und Handhygiene! Wir haben Respekt vor einer zweiten Infektionswelle, aber sicher keine Angst mehr! Und die Konjunktur? Der Einbruch wird massiv sein, aber wir rechnen mit einer einsetzenden Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte. Dabei sollten sich Anleger von düsteren Prognosen der Notenbanker nicht verunsichern lassen. Denn letztlich sind dies meist vorbereitende Schritte, um die Geldpolitik nochmals auszuweiten. Auch nach der Finanzkrise waren schlechte Konjunkturdaten gute Nachrichten für die Börse – denn durch sie stieg die Wahrscheinlichkeit neuer geldpolitischer Stimuli!

Konklusion:
Die Volatilität bleibt hoch. Anleger sollten sich davon aber nicht verunsichern lassen. Auf lange Sicht werden sich Mut und Durchhaltevermögen als Renditebringer erweisen!