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Aktienmärkte - Was kommt 2020?

Aktienmärkten droht 2020 der Stillstand
Auch wenn es noch zu früh ist, um die Korken bereits knallen zu lassen, 2019 dürfte – sofern keine grösseren politischen oder konjunkturellen Katastrophen passieren – als ein ausgezeichnetes Aktienjahr in die Annalen eingehen. Zumal der Schlusspunkt noch nicht erreicht sein muss, wie Untersuchungen zum S&P500 zeigen (siehe Seite 24). In den kommenden Ausgaben bis zum Jahresende 2019 werden wir die für uns relevanten Aktienmärkte auf ihr Potenzial für das 2020 abklopfen und Ihnen, liebe LeserInnen, einen Ausblick auf das Geschehen an den Börsen geben. 2019 wurden die politischen und handelspolitischen Risiken für die globale Weltwirtschaft durch erneute Lockerungsmassnahmen der wichtigen Notenbanken einmal mehr im Keim erstickt. Die Börsianer feierten dies überschwänglich, womit das Potenzial für das kommende Jahr grundsätzlich beschränkt erscheint. Dies sollte jedoch nicht zu der Fehlannahme verführen, sich von Aktien zu trennen. Denn Aktien bleiben auch 2020 die einzigen Hoffnungsträger auf ein bisschen Rendite – und sei es nur eine ordentliche Dividende, was aber immer noch besser ist als Minuszinsen auf Festverzinsliche. Grosse Sprünge erwarten wir jedoch ebenso wenig. Denn es zeichnet sich ab, dass sich die Konjunktur stabilisiert und im ersten Halbjahr 2020 wieder etwas Fahrt aufnimmt. Doch dies dürfte gerade ausreichen, um eine Rezession zu verhindern. Insgesamt dürfte die wirtschaftliche Entwicklung mau bleiben. Auch mit Blick auf die Notenbanken dürfte 2020 ein Paradigmenwechsel anstehen. Denn die Allmacht der Notenbanker scheint erschöpft: Die Mittel der Geldpolitik sind nach Ansicht einer zunehmenden Zahl von Beobachtern erschöpft. Positive Impulse für den Aktienmarkt oder gar die Realwirtschaft dürften daraus nicht mehr entstehen. Denn für Unternehmen spielt die Höhe der Zinsen bei ihren Investitionsentscheidungen faktisch bereits keine Rolle. Es sind die konjunkturellen Aussichten, welche hemmen. Entsprechend wird es sehr wichtig sein, dass die Politik endlich eine Forward-Strategie entwirft. Der Handelskrieg zwischen den USA und China/Europa müsste in weiten Teilen beigelegt und der Brexit nach klar definierten Regeln vollzogen werden – oder der Brexit müsste nochmals vors Volk. Da wir jedoch an der Weitsichtigkeit der Politik zunehmend zweifeln, erwarten wir keine handelspolitischen Impulse, welche das globale Wirtschaftswachstum nachhaltig anfeuern könnten. Mit Blick auf die Unternehmensgewinne dürfte 2020 entsprechend schwach verlaufen. Für Schweizer Unternehmen erwarten wir gerade noch ein Plus von 5% bis 7%, womit sie aber deutlich besser dastehen dürften als ihre europäischen Wettbewerber, denen wir lediglich ein Plus von 3% bis 5% zutrauen. Die grössten Chancen, so unser Rechenmodell, gibt es wieder einmal in den USA. Dort dürften die Gewinne der Unternehmen aus dem S&P500 mit etwas Glück 8% erreichen. Allerdings dürfte dies sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks nicht ausreichen, um den ohnehin hoch bewerteten Aktien neue Aufwärtsimpulse zu verleihen.

Konklusion:
Wir stellen uns auf ein mageres Aktienjahr 2020 ein. Es fehlen die Impulse, welche die Märkte nochmals befeuern könnten. Wir rechnen mit Zuwächsen im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.