
Lassen Sie sich nicht von der Panik anstecken!
Aus Sorge wird in diesen Tagen an den Aktienmärkten die pure Panik. Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, in den USA wurde das prestigeträchtige Tennisturnier in Indian Wells abgesagt, New York hat den Ausnahmezustand verhängt, in Deutschland drohen die ersten Geisterspiele in der Fussball-Bundesliga, Norditalien ist weitgehend abgeriegelt und in der Schweiz gab es die ersten Todesfälle im Zusammenhang mit der neuartigen Lungenkrankheit. Zu allem Überfluss startete Saudi-Arabien am vergangenen Wochenende nach dem geplatzten „Opec+“-Gipfel noch einen Ölpreiskrieg gegen Russland. Anleger schmissen in der Folge alles aus dem Depot, was auch nur ansatzweise mit Risiko behaftet ist. Die Welt, zumindest der Aktienmarkt, ist im Ausnahmezustand. Der Crash, den viele Marktbeobachter seit Monaten erwarten, ist Realität – eine „self fulfilling prophecy“, wie man es gerne nennt. „Die Angst wird sich schneller verbreiten als das Virus“, warnte ein Geschäftspartner von uns Anfang Januar, als in China die ersten Fälle der neuartigen Lungenkrankheit bekannt wurden – er sollte leider recht behalten. Wir sehen im Moment den totalen Verlust jeglicher Rationalität – sowohl in der Politik als auch auf Seiten der Medien und Teilen der Bevölkerung. Aussagen von anerkannten Virologen, die vor einer regelrechten „Pest der Neuzeit“ warnen und in den Medien Horrorszenarien mit mehreren Zehntausenden oder Hunderttausenden Toten malen, sind nicht gerade hilfreich, um die Lage zu beruhigen. Dennoch sollten Investoren versuchen, diese Panikmache auszublenden. So wie die Aktienmärkte die Krise überdurchschnittlich stark einpreisen, werden es auch die Aktienmärkte sein, die als Erstes eine Trendwende antizipieren – in Form stark steigender Aktienkurse. Und der Ölpreiskrieg könnte sich bei rationaler Betrachtung als unfreiwilliges Konjunkturpaket seitens Saudi-Arabiens erweisen – zumindest für die globalen Ölverbraucher. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Virus tiefe Bremsspuren in der Konjunktur hinterlassen und auch die Unternehmenszahlen für Q1 und Q2 massiv belasten wird. Doch die gegenwärtige Krise wird auch neue Chancen bringen. Nicht nur die Aktienkurse werden sich erholen – so wie es auch nach dem Platzen der Dotcom-Blase oder nach der Finanzkrise 2008 zu beobachten war. Denn die Welt und mit ihr die global vernetzte Wirtschaft wird nicht untergehen. Aber sie könnte in Teilen ihr Gesicht verändern. Vor allem die Pharma-, Medizinal- und die Lebensmittelindustrie dürften Druck von Seiten der Politik bekommen, um die hohe Abhängigkeit von China zu reduzieren. Denn es ist oberste Pflicht des Staates, die Grundversorgung der Bevölkerung auch im Krisenfall wie einer Pandemie zu gewährleisten. Die hohe Abhängigkeit von China, die im Ernstfall in Engpässen in der Versorgung mit Medizin und Nahrungsmitteln gipfeln könnte, wird politisch noch hohe Wellen schlagen.
Konklusion:
Die Coronakrise wird uns noch eine Zeit beschäftigen. Dennoch sollten Investoren nicht in Panik geraten – das machen Politik und Medien schon mehr als genug. Sehen Sie die Krise als Chance!