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Airbus

Die Entdeckung unendlicher Weiten oder die Besiedlung fremder Welten prägen wahrscheinlich das Bild, was die Öffentlichkeit mit dem Geschäft mit dem Weltall verbinden. Doch die wahren Gründe, warum Unternehmen wie Airbus ihren geschäftlichen Blick immer stärker in das All richten, sind wesentlich weltlicher – man könnte sogar sagen profaner. Denn das Satelliten-Geschäft steht nach Ansicht des Beratungs-unternehmens Euroconsult vor einem Boom. Zwischen 2016 bis 2025 sollen sage und schreibe 9‘000 Satelliten ins All geschossen werden. Eine Wachstum von mehreren hundert Prozent gegenüber den 1‘480 Satelliten, die im Jahrzehnt davor den Weltraum eroberten. Selbst wenn Kleinstsatelliten herausgerechnet werden, dürfte die Zahl der ins All geschossenen Erdtrabanten um mehr als 50% steigen. Trotz eines erwarteten Preisverfalls dürfte der Markt für die Hersteller um 16% wachsen. Insgesamt erwartet Euroconsult für diesen Zeitraum einen Satelliten-Branchenumsatz von USD 280 Milliarden – mehr als drei Viertel davon für öffentliche Aufträge.
Bei Airbus rüstet man sich für die Eroberung des Weltraums und will nicht weniger als eine Revolution im Satellitengeschäft anschieben. Bis dato produziert der Luftfahrtriese in einer Fabrik in Florida gut zehn Satelliten im Jahr. Künftig sollten zwei Satelliten pro Tag die Werkshallen verlassen. Um das Geschäft mit Kleinstsatelliten zu pushen ist Airbus vor gut einem Jahr ein Joint Venture mit OneWeb eingegangen. Ziel des Projektes ist bezahlbares High-Speed-Internet auch in den entlegensten Gebieten der Erde zu ermöglichen. Ein Traum, der vor allem auch durch Facebook stark unterstützt wird. Ob sich das „Internet für alle“ auch als ertragsreiches Geschäftsmodell erweist, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Bei Airbus ist man sich darüber bewusst und spricht mit Blick auf OneWeb auch von einer reflektierten Wette auf die Zukunft. Aufgrund des erwarteten Satelliten-Booms dürfte auch eine andere Sparte in Zukunft deutlich schneller wachsen. Denn für die Eroberung des Weltalls braucht es vor allem eines: Trägerraketen, die die Erdtrabanten in die Erdumlaufbahn bringen. In diesem Bereich hat Airbus sein Geschäft in den vergangenen Jahren völlig neu strukturiert und mit der neuen, günstigen Trägerrakete „Ariane 6“, die im Jahr 2020 erstmals in die Lüfte gehen soll, ein aussichtsreiches Eisen im Feuer. Mit Space X des Tesla-Gründer Elon Musk steht Airbus ein bereits mächtiger Konkurrent gegenüber, der mit seinen Mars-Besiedlungsplänen bereits für Furore gesorgt hat. Sowohl im Geschäft mit Trägerraketen (Falcon 9) als auch mit Satelliten hegt der Konzern ambitionierte Pläne.
Konklusion:
Die Eroberung des New Space ist Zukunftsmusik. Airbus hat Schritte unternommen, um daran zu partizipieren. Das klassische Luftfahrtgeschäft ist noch für lange Zeit ausschlaggebend.