Mit einem Kurssprung von mehr als 9% hat die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas auf die Zahlen für das erste Quartal 2019 reagiert. Zeitweise kostete das Papier EUR 250 – mit Abstand so viel wie noch nie! Dass der Konzern unter CEO Kaspar Rorsted einen guten Lauf hat, überrascht eigentlich nicht mehr. Der Umsatz wuchs in Q1 um 6% auf EUR 5.9 Milliarden, was unwidersprochen gut ist – aber keineswegs herausragend. Vor allem in China lief es dabei einmal mehr ausgezeichnet. Dort wuchs Adidas um 16%. In Europa (-3%) und den USA (+3%) schwächelte das Geschäft hingegen. Womit sich CEO Rorsted jedoch den Applaus der Anleger verdiente, war die deutlich verbesserte Profitabilität des Unternehmens – diese war lange Zeit einer der zentralen Kritikpunkte. Die operative Marge kletterte um 2.5% Prozentpunkte auf 14.9%. Unter dem Strich konnte der Gewinn um satte 16% auf EUR 631 Millionen ausgeweitet werden. Am Ausblick für das Gesamtjahr wird derzeit noch nicht gerüttelt: Der Umsatz soll zu konstanten Wechselkursen zwischen 5% bis 8% zulegen, die operative Marge soll sich von 10.8% im Vorjahr auf bis zu 11.5% verbessern und der Gewinn zwischen 10% bis 14% steigen. Nach einem erwartet schwächlichen Start ins Jahr 2019 rechnen Adidas und zahlreiche Analysten mit einer Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte. Wir sind zwar von den Qualitäten des Unternehmens überzeugt. Aber wir nutzen das hohe Kursniveau und realisieren einen Teil der aufgelaufenen Kursgewinne. Zugleich erscheint die Aktie mittlerweile ambitioniert bewertet, womit die Luft für noch höhere Kurse sehr dünn ist.
Konklusion:
Wir stufen den Titel auf „Halten“ zurück und nehmen einen Teil der aufgelaufenen Gewinne mit. Wir reduzieren unsere Adidas-Position um 50%.