+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Adidas

Wenn CEO Herbert Hainer im September dieses Jahres den Stab an seinen Nachfolger Kaspar Rorsted übergibt, hinterlässt er ein sehr gut aufgestelltes Haus. Denn nach dem Krisenjahr 2014 hat Hainer den Konzern umgekrempelt und in eine neue Wachstumsphase dirigiert. Adidas erhöhte vor wenigen Tagen nach einem sehr starken Jahresauftakt 2016 seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll dank der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich, der Copa America in den USA und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro währungsbereinigt um rund 15% anschwellen. Bisher ging der Konzern lediglich von einem Erlöswachstum von 12% aus. Noch stärker soll der Gewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit steigen. Dort rechnen die Herzogenauracher neu mit einem Plus von 15% bis 18%, anstelle der bisher prognostizierten maximal 12%. Vor allem im Vergleich zum Branchenleader Nike, der jüngst mit seinen Wachstumszahlen leicht enttäuscht hatte, überzeugt Adidas mit extrem guten Quartalszahlen, die unsere als auch die Prognosen des Marktes deutlich übertrumpft hatten. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im ersten Quartal trotz ungünstiger Wechselkursentwicklungen um starke 17% auf EUR 4.8 Milliarden. Das Betriebsergebnis schoss um 35% auf EUR 490 Millionen in die Höhe. Der Überschuss kletterte im fortgeführten Geschäft sogar um 38% auf EUR 350 Millionen. Hainer hat mit seinen Ende 2014/Anfang 2015 eingeleiteten Massnahmen den Konzern wieder auf Kurs gebracht. Er hat die Produktepalette bereinigt und den Wildwuchs an Produkten bereinigt. Zudem profitiert Adidas, wie zahlreiche andere Sportartikelhersteller, vom sportlichen Lifestyle, der in der Gesellschaft um sich greift und den Konzernen neue Kunden generiert. Das ist, wie die Zahlen der Deutschen belegen, eine durchaus gefällige Strategie. Die Designer der Marke mit den drei Streifen treffen den Zeitgeist und begeistern die Kunden. Doch das Pendel kann schnell in die andere Richtung umschlagen. Denn das modische Lifestyle-Geschäft ist – anders als beispielsweise das Geschäft mit Fussballschuhen und Trikots – schnelllebig und ausgesprochen riskant. Konsumenten wechseln ihre Ansicht, was „in und chick“ ist, so schnell, dass ein Konzern mit der Grösse von Adidas nur mit zeitlicher Verzögerung darauf reagieren kann. Der Lokalrivale Puma musste erleben, wie schnell ein heller Stern verglühen kann. Kurz- bis mittelfristig geht die Strategie von Adidas auf. Die Wachstumszahlen sind sehr eindrücklich. Dennoch würden wir derzeit von Investments absehen. Die Aktie preist mit einem KGV von fast 28 und einem PEG von 1.7 mittlerweile reichlich Wachstumsfantasie ein.
Konklusion:
Investierte Anleger sollten angesichts der hohen Bewertung der Aktie zumindest eine Teilauflösung der Position in Betracht ziehen. Wir reduzieren unser Votum von „Halten“ auf „Verkaufen“.