
Die Aussichten der Unternehmen hellen sich auf
Nachdem in den vorangegangenen Wochen so etwas wie Aufbruchsstimmung an den europäischen Börsen zu beobachten war, scheint mittlerweile wieder Tristesse eingezogen zu sein. In den vergangenen gut zwei Wochen verlor der marktbreite Eurostoxx50-Index fast 6%, wodurch die Kursgewinne im April fast wieder gänzlich aufgezehrt wurden. Aufgrund der Feiertage in der Vorwoche blieben die Handelsvolumen vergleichsweise gering und somit wenig aussagekräftig. Wir gehen mit Blick auf den MACD- sowie den Stochastik-Indikator jedoch davon aus, dass der zuletzt gesehene Rückschlag keine grundsätzliche Trendwende einläutet, sondern nur eine kleinere Korrektur nach dem starken Anstieg seit Mitte Februar war. Immerhin konnte der Eurostoxx50 seit dem 11. Februar in der Spitze satte 17.6% zulegen (21.04.2016). Durch den jüngsten Rückschlag hat sich das Plus auf gut 11% reduziert. Beide Indikatoren deuten aktuell eine neuerliche Gegenbewegung an, was auf wieder steigende Notierungen hinweist.
Wenige Impulse liefern derzeit die Quartalszahlen europäischer Unternehmen. Im Eurostoxx 50 haben bislang 37 Unternehmen ihre Zahlenkränze vorgelegt. Aggregiert verbuchten diese einen Umsatzrückgang von 8.9% und einen Gewinnrückgang von 18.8%. Insgesamt blieben die Zahlen jedoch im Rahmen der Erwartungen und sind vor allem durch die Ertragsschwäche im Bankensektor, bei den Versorgern und durch die schwierige Lage im Öl- und Gassektor geprägt. Positiv werten wir, dass zahlreiche Unternehmen ihre Ausblicke für das Gesamtjahr nicht weiter reduziert haben und sogar teilweise wieder optimistischer auf die verbleibenden gut 7 Monate blicken. Entsprechend sind wir davon überzeugt, dass sich dies in den kommenden Wochen in steigenden Aktienkursen widerspiegeln wird. Anleger sollten mit Blick auf die Abstimmung in Grossbritannien am 23. Juni jedoch auf der Hut sein. Wir erwarten, dass die Nervosität an den Börsen in Europa ab Anfang/Mitte Juni wieder deutlich steigt.
Konklusion:
Wir rechnen in den kommenden Wochen mit steigenden Notierungen an den europäischen Börsen. Wir favorisieren derzeit Deutschland und Frankreich.