+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

ABB

Der mit Spannung erwartete Capital Market Day des Schweizer Industriekonzerns war nicht der insgeheim erwartete Befreiungsschlag. An den mittelfristigen Finanzzielen zog das Management um CEO Björn Rosengren die Stellschrauben beispielsweise nur marginal an. So wurde das Zielband für die mittelfristige Umsatzentwicklung auf vergleichbarer Basis leicht auf 3% bis 5% eingeengt. Die operative Ebit-Marge wird unverändert zwischen 13% und 16% angestrebt und auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) wird weiter zwischen 15% und 20% veranschlagt. Der Gewinn pro Aktie soll wie bis anhin geplant stärker ausgeweitet werden als der Umsatz. Alles wenig ambitioniert und bekannt. Auch die angekündigten Devestitionen konnten uns und die meisten Marktteilnehmer nicht vom Hocker reissen. Denn CEO Rosengren will anfänglich nur drei kleinere Einheiten aus dem ABB-Bestand loswerden. Zur Einordnung: Das ABB-Portfolio besteht aus 18 Divisionen. Konkret werden die drei Divisionen Turbo-Charging (Geschäftsbereich Industrieautomation), Mechanical Power Transmission (Antriebstechnik) und Power Conversion (Elektrifizierung) ins Schaufenster gestellt, die zusammen gut 6% oder USD 1.75 Milliarden des ABB-Gruppenumsatzes ausmachen. Die beiden Sparten Mechanical Power Transmission und Power Conversion wurden seit längerem als mögliche Verkaufskandidaten gehandelt. Die geplante Trennung von Turbo-Charging kommt hingegen etwas überraschend, da sie zu den profitabelsten Einheiten im ABB-Gebilde gehört. Was detailliert mit den drei Einheiten passieren soll, steht derzeit noch in den Sternen. Man prüfe „alle Optionen“. Gemessen am Umsatzanteil kann bei der geplanten Trennung u.E. ohnehin nicht von einer grundlegenden Neu-Fokussierung bei ABB gesprochen werden – vielmehr hat es den Anschein einer bestenfalls mittelgrossen Portfoliobereinigung. Unter dem Strich sind die Ankündigungen zu wenig, um der Aktie neuen Schwung zu verleihen. Um die Finanzziele erreichen zu können, muss sich die zyklische Konjunkturerholung in den kommenden Monaten nun nachhaltig manifestieren, was angesichts der gegenwärtigen Lage nicht selbstverständlich ist.

Konklusion:
Wir halten vorerst an ABB fest. Vor allem die Zulassung eines Covid-19-Impfstoffes könnte das Konjunkturbild mittel- bis langfristig aufhellen und den Aktienkurs nochmals anschieben.