+11.66%
YTD 2026
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Jahr 2025
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Jahr 2024
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Jahr 2023
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Jahr 2022

AB Inbev

Die Aktie der Grossbrauerei AB Inbev ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit April 2014 abgerutscht. Die Ende Juli präsentierten Halbjahreszahlen waren dabei lediglich ein Brandbeschleuniger einer seit Mitte 2016 anhaltenden Abwärtsbewegung. Zwar fielen die damals ausgewiesenen Umsatz- und Gewinnzahlen noch moderat aus, in Erinnerung blieb bei Anlegern aber vor allem das schwache Volumenwachstum, welches sich von 148 Millionen Hektoliter auf 135 Millionen Hektoliter verringerte. Und auch im Bereich des Nicht-Biergeschäfts lief es nicht: Dort sanken die Volumen um 6.9%. Dies ist eine Entwicklung, die vor gut zehn Jahren niemand erwartet hatte. Damals nahm die Konsolidierung in der Branche konkrete Züge an. Grossbrauerein seien die grossen Gewinner dieser Entwicklung, hiess es. Sie dominierten das in- und ausländische Biervolumen der Industrie und sollten – zumindest theoretisch – befähigt sein, ihre Grösse und Vertriebskraft auszuspielen, um die Erlöse und die Margen stetig zu steigern.
Trend zum Craft-Bier belastet stärker als erwartet
Diese Versprechen konnten die Grossbrauer jedoch nicht halten. Ihr Marktanteil sinkt tendenziell und die einstige Preismacht ist erodiert. Auf dem Biermarkt macht den Grossbrauereien vor allem der Aufstieg der Craft-Biere zu schaffen. Unabhängige Brauereien, die meist regional verwurzelt sind und neue Geschmacksrichtunge ausprobieren. Ursprung dieser Bewegung liegt in den 1970er Jahren in den USA und hat mittlerweile eine grosse Fangemeinde. Zwar sank beispielsweise das Biervolumen in den USA im Jahr 2017 leicht um 1%. Zugleich stieg das Volumen der Craft-Biere jedoch um 5%. Kleine Brauereien mit einer Kapazität von 10‘000 bis 100‘000 Barrel konnten gemäss Angaben der IRI Group im ersten Halbjahr 2018 ein Volumenzuwachs von 5.4% und solche mit einer Kapazität von 10‘000 Barrel oder weniger von 30.8 % generieren. Bei Grossbrauerein gingen die Volumen hingegen um 1.5% bis 2.5% zurück. Zwischen 2013 und 2016 stieg laut Angaben der Brewers Association die Zahl der Braupubs, Kleinbrauereien und Regionalbrauer von 2‘898 auf 5‘424. Hinzu kommt, dass mehr und mehr Konsumenten bereit sind, für die lokalen Biere einen Aufschlag zu zahlen, wodurch der Preisvorteil der Gross-
brauereien zunichte gemacht wird. Darüber hinaus kämpfen die Brauer natürlich auch noch gegen den allgemeinen Gesundheitstrend. Nicht ohne Grund boomt das Geschäft mit Mineralwasser und anderen „gesunden“ Getränken.
Agressive Expansion von AB Inbev
AB Inbev versucht mit einer aggressiven Akquisitionsstrategie Gegensteuer zu geben. Der Konzern hat bis heute 10 Craft-Brauereien gekauft, die allesamt organisch wachsen, wodurch die Volumenverluste im traditionellen Biergeschäft zum Teil ausgeglichen werden können. Ob das ausreicht, um den strukturellen Niedergang im Kerngeschäft aber nachhaltig zu beleben, bleibt abzuwarten. Wettbewerber wie Molson Coors expandieren zudem verstärkt ins Nicht-Biergeschäft und übernahmen in den USA die Marke „Kombucha“ (fermentierter gesüsster Tee). An der Börse scheint angesichts des Aktienkursverfalls eines sicher: Die Grossbrauereien haben mächtig zu kämpfen. Entsprechend suchen die Aktionäre derzeit ein neues Bewertungsniveau, welches das operative Spannungsfeld widerspiegelt. Wir sehen den Kursrückgang bei AB Inbev aber als übertrieben an. Die Grossbrauerei wird nicht aufhören, viel Geld zu verdienen, auch wenn sich das Unternehmen neuen Herausforderungen stellen muss.
Konklusion:
Die Kursverluste bei AB Inbev sind unseres Erachtens nicht gerechtfertigt. Zwar kämpft der Konzern gegen neue Herausforderungen, aber an der grundsätzlichen Stärke des Unternehmens gibt es keine Zweifel.